Die sogenannte „Machbarkeitsstudie Breitenbachplatz“ (eigentlich Verkehrs- und Machbarkeitsuntersuchung Breitenbachplatz) aus 2021 ist neben dem Bericht zur Feuerwehrübung und der Stellungnahme des Tunnelsicherheitsbeauftragten DAS zentrale Dokument des politischen Diskurses um den Komplex Breitenbachplatz und Schlangenbader Tunnel. Dieses Dokument, das in der Langversion überhaupt nicht veröffentlicht wurde und öffentlich nur in einer Kurzfassung zur Verfügung steht, hat die öffentliche Wahrnehmung maßgeblich geprägt. Spannend wie erschreckend: Ziel der Untersuchung war die Entwicklung des Breitenbachplatz in Bezug auf den Brückenabriss. Um den Tunnel ging es laut Untersuchungsauftrag des Abgeordnetenhauses nicht! Gleichwohl ist in den Köpfen vieler Menschen und anteilig noch mehr Politikern festgesetzt: ‚Eine Sperrung des Tunnels ist machbar‘. Tatsächlich hat die Untersuchung eigentlich das Gegenteil ergeben. Unter dem Gesichtspunkt könnte man die Kampagne rund um dieses Dokument als eine brillante politische PR-Kampagne bezeichnen. Hinzukommt, dass zahlreiche Politiker über das Ergebnis abgestimmt haben, ohne die Studie inhaltlich zu kennen.
„„Machbarkeitsstudie Breitenbachplatz““ weiterlesenAutor: Orgateam
Der Breitenbachplatz – historischer Verkehrsknotenpunkt
Die Situation rund um den Schlangenbader Tunnel ist schon aus baulichen Gründen eng verknüpft mit der Brücke am Breitenbachplatz. Damit besteht auch eine enge Verknüpfung zur stadtplanerischen Entwicklung und Neugestaltung des Platzes, die in den kommenden Jahren anstehen soll und schon seit einigen Jahren Teil des gesellschaftlichen wie politischen Diskurses ist. Bisher wurde dieser Diskurs maßgeblich unter der Perspektive geführt, dass die Umgestaltung des Platzes zu allererst eine Angelegenheit ist, welche die Anwohnenden des Platzes und bestenfalls noch jene der Schildhornstraße etwas angeht. Tatsächlich ist der Breitenbachplatz aber Verkehrsknotenpunkt mehrerer Verbindungsstraßen übergeordneter Bedeutung. Als solcher haben Veränderungen am Platz selbst und unmittelbar um den Platz herum gravierende Auswirkungen nicht nur für den Platz und die örtlichen Gegebenheiten, sondern weit darüber hinaus.
„Der Breitenbachplatz – historischer Verkehrsknotenpunkt“ weiterlesenSanierung des Schlangenbader Tunnels verzögert sich weiter
„Sanierung in gefährliche Schieflage geraten“: Maroder Autobahntunnel in Berlin-Wilmersdorf bleibt noch lange gesperrt
Mehr als drei Jahre nach der Sperrung ist weiter offen, wann die Unterführung an der Schlangenbader Straße in Wilmersdorf saniert wird. Der Senat nennt keinen Zeitplan.“
Negative Entwicklung des Radverkehrs
Anlässlich des Jahrestags der Tunnelsperrung lohnt auch ein Blick auf die Entwicklung des Fahrradverkehrs. Die negativen Entwicklungen sind deutlich. Es gibt rund um den Tunnel viele kleinere Nebenstraßen, die vor allem in Nord-Süd-Richtung vor der Tunnelsperrung gerne als Radstrecken genutzt wurden, ohne dass dort ausgewiesene Radwege oder -spuren vorhanden waren. Bei Nebenstraßen mit reinem Anwohnerverkehr war dies nicht zwingend nötig. Mit der Tunnelsperrung sind nun aber massiv jene Autos in diese Nebenstraßen gedrängt, die den geplanten Umleitungen folgen oder den ungeplanten Ausweichverkehr betreffen.
„Negative Entwicklung des Radverkehrs“ weiterlesenTermin zur Sanierung des Schlangenbader Tunnels rückt nach hinten
„Schlangenbader Tunnel: Weshalb jetzt noch zwei weitere Gutachten beauftragt sind
Steglitz/Wilmersdorf.Seit fast zwei Jahren ist der mit einem Wohnhaus überbaute Tunnel an der A104 gesperrt. Die Sanierung verzögert sich immer weiter.“
Zum Jahreswechsel ein wenig Politik und ein Lob an die Verwaltung
Wir möchten den Jahreswechsel für eine kleine Bilanz nutzen. Dass sich die Sanierung des Tunnels durch juristisches Tauziehen im Zusammenhang mit der Ausschreibung nun leider verzögert und damit auch die nachhaltige Lösung der Verkehrsproblematik, ist sehr bedauerlich. Wenngleich die vor gut einem Jahr auf Basis unseres Arbeitspapiers umgesetzten Maßnahmen für spürbare Entlastung gesorgt haben, gibt es noch einige – teilweise im Sinne des Wortes – Baustellen, die Sorgenkind bleiben. So insbesondere die Sodener und die Heiligendammer Straße. Wir stehen mit der Senatsverwaltung darüber schon in Kontakt. Das führt zunächst einmal zu einem großen Lob: Die Kommunikation mit dem „Verkehrssenat“ funktioniert auf Arbeitsebene sehr gut. Namentlich hier explizit ein Dank an die Herren Dennis Kohllöffel (Projektleitung der Grundinstandsetzung SenMVKU) und Burak Güngör (Verkehrsmanagement SenMVKU), die wohltuend lösungsorientiert und pragmatisch sind. Das schließt ein, sich nicht als Erstes bei jeder Problemstellung als nicht zuständig zu erklären, bis das Gegenteil bewiesen wurde.
„Zum Jahreswechsel ein wenig Politik und ein Lob an die Verwaltung“ weiterlesenPolitische Anfragen zum Schlangenbader Tunnel
Update: Um neue Anfragen ergänzt
Der Schlangenbader Tunnel ist auch ein Politikum. Das war er bereits vor der Sperrung und hat diese, so wie sie gelaufen ist, mit beeinflusst. Ein großes Problem: der gesamte Komplex wird reduziert auf den Tunnel. Dabei wird die Autobahnüberbauung, die zu allererst Wohngebäude ist und damit Zuhause von rund 3.500 Menschen, auf die Verkehrsfunktion des Bauwerks reduziert. Ausgeblendet wird damit die Belastung durch Lärm- und Feinstaub, aber auch die Belastung als Verkehrsteilnehmende, die sich unmittelbar in ihrem Kiezt auf dem Weg zu Schule, Kita, Einkaufen, etc. in der Nachbarschaft überwiegend zu Fuß bewegen. Die Diskussion ist auch davon geprägt, dass es eine recht große Bezirks- und parteiübergreifende Fraktion gibt, für welche die Anwohnenden im Kiez rund um „die Schlange“ und deren Belastung gar nicht relevant sind.
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