Zum Jahreswechsel ein wenig Politik und ein Lob an die Verwaltung

Wir möchten den Jahreswechsel für eine kleine Bilanz nutzen. Dass sich die Sanierung des Tunnels durch juristisches Tauziehen im Zusammenhang mit der Ausschreibung nun leider verzögert und damit auch die nachhaltige Lösung der Verkehrsproblematik, ist sehr bedauerlich. Wenngleich die vor gut einem Jahr auf Basis unseres Arbeitspapiers umgesetzten Maßnahmen für spürbare Entlastung gesorgt haben, gibt es noch einige – teilweise im Sinne des Wortes – Baustellen, die Sorgenkind bleiben. So insbesondere die Sodener und die Heiligendammer Straße. Wir stehen mit der Senatsverwaltung darüber schon in Kontakt. Das führt zunächst einmal zu einem großen Lob: Die Kommunikation mit dem „Verkehrssenat“ funktioniert auf Arbeitsebene sehr gut. Namentlich hier explizit ein Dank an die Herren Dennis Kohllöffel (Projektleitung der Grundinstandsetzung SenMVKU) und Burak Güngör (Verkehrsmanagement SenMVKU), die wohltuend lösungsorientiert und pragmatisch sind. Das schließt ein, sich nicht als Erstes bei jeder Problemstellung als nicht zuständig zu erklären, bis das Gegenteil bewiesen wurde.

An einem ähnlich gutem Arbeitsverhältnis zum Bezirke arbeiten wir noch. Hier läuft es leider genau umgekehrt. Nicht-zuständig ist die Default-Einstellung, die leider schon sehr häufig deswegen gezogen wird, weil Dinge (insbesondere der Bereich Kontrolle) in den Grenzbereich mehrere Verantwortlicher fallen. Wir wünschen uns hier das, was wir vom Senat erleben: Nicht fragen, was man abwälzen kann, sondern tun, wenn es möglich ist.

Von Anfang an hat sich die Bürgerinitiative immer bemüht, Interessenausgleich zwischen den vielen Anwohnenden in dem großen Gebiet herzustellen, das von den Auswirkungen der Tunnelsperrung betroffen ist. Es ist in der Hinsicht ruhiger geworden, was die Durchsetzungsversuche von Partikularinteressen angeht, deren Umsetzung direkt zu Lasten anderer gehen würde. Ganz verschwunden ist es nicht. Wir werden aber unsere Linie in der Hinsicht nicht ändern.

Für das Jahr 2026 werden wir im Fokus haben, wie sich die Verkehrssituation vor dem Hintergrund der vielen Großbaustellen im Kiez verhält. Neben den direkten wie Tunnelsanierung und Brückenabriss Breitenbachplatz sind dies die Sanierung der Autobahnüberbauung, GoWest, die Bebauung der Cornelsenwiesen und die Baustelle Mecklenburgische Straße / Schlangenbader Straße. Neu hinzugekommen die Sanierung der Autobahnbrücke Mecklenburgische Straße, die bezogen auf Umleitungsverkehr bereits jetzt erste Auswirkungen hat. Aber auch stehen wir in Kontakt mit den Verantwortlichen.

Über allem steht die Situation für Fußgänger und ganz besonders vulnerable Gruppen wie Kinder, schwerbehinderte und ältere Menschen, die noch Sorgen bereitet. Der Verdrängungswettbewerb führt zunehmend zu Konflikten auf den Gehwegen, auf die Rad- und E-Scooter-Fahrende ausweichen. Der bereits zuvor schon zum Teil nicht gute Zustand der Gehwege verschlechtert sich durch die größere Belastung deutlich. Wir haben durch die Baustellen mit ehemals für öffentlichen Verkehr freigegebene Fußwegen zu tun, die nun gesperrt oder erheblich reparaturbedürftig sind, so dass rund um die Schlange kaum noch wirklich sichere barrierefreie Gehwege existieren. Auch hier ist das Thema Zuständigkeit ein unbefriedigendes.

Last, but not least: Die Situation rund um die wenigen ÖPNV-Verbindungen innerhalb des Kiezes, die zu wünschen übrig lässt. Die Linie 186 ist stark überlastet, wobei verschiedene Probleme kumulieren. Bei der Linie 249 ist es die – ebenfalls Brücken bedingte – Reduzierung weg von Gelenkbussen runter auf die deutlich kleineren Eindecker. Beide Probleme gehen wieder vor allem zu Lasten vulnerabler Gruppen, weil Rollifahrer, Rollatornutzende und Kinderwagen nur in wesentlich beschränkterem Umfang mitgenommen werden. Wir hoffen hier Anfang des Jahres mit der BVG ins Gespräch zu kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert